Biosauna
Das Saunieren hat sich im vergangenen Jahrhundert zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung entwickelt. Jeden Tag begeben sich unzählige Menschen in eine Sauna, um dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun und dabei die pure Erholung zu genießen.
Dieser großen Begeisterung ist es zu verdanken, dass immer mehr Saunaarten entwickelt wurden, wodurch jeder Interessent die für ihn geeignete Schwitzstube findet. Neben der finnischen Sauna konnte sich vor allem die Biosauna etablieren. Hier herrscht zwar eine geringere Temperatur (45 - 60 Grad), dafür aber auch eine höhere Luftfeuchtigkeit (bis zu 55 Prozent). Einsteiger begehen häufig den Fehler, aufgrund der niedrigeren Wärme eine geringere Wirkung zu erwarten. Genau genommen wird man in der Biosauna jedoch nicht weniger schwitzen als in der finnischen Sauna. Dies ist mit der hohen Luftfeuchtigkeit und somit auch mit der Wasserdampfsättigung zu erklären, wodurch die Kühlung des Körpers geringer ausfällt. Dennoch wird ein Besuch in der Biosauna häufig als angenehmer empfunden. Dies dürfte wohl auch der Grund dafür sein, weshalb die Biosauna eine solch große Anhängerschaft vorweisen kann. Eine andere Erklärung könnten aber auch die teilweise verwendeten Zugaben darstellen. In vielen Biosaunen werden zum Beispiel ätherische Öle verwendet, die sowohl eine körperliche als auch eine psychische positive Wirkung hervorrufen. Schließlich gelangen die Duftinformationen direkt ins Gehirn, wodurch die Hormonproduktion, das Immunsystem und das Nervensystem gestärkt bzw. positiv beeinflusst werden.
In manchen Biosaunen verzichtet man allerdings auf diese Öle und wendet lieber eine spezielle Lichttherapie an. Hierbei sorgen vier Farben für ein körperliches und geistiges Wohlbefinden. Während das Rot die Durchblutung anregt, hat das Blau eine entspannende und das Grün eine regenerative Wirkung. Dadurch kann zum Beispiel Kopfschmerzen oder Gelenkentzündungen entgegengewirkt werden. Das Gelb ist hingegen bei Störungen im Magen-Darm-Trakt hilfreich und kann außerdem Trübsinn vertreiben. Allerdings darf man nicht ungeduldig sein und eine allzu schnelle Wirkung erwarten. Wer lediglich einmal eine solche Therapie macht, wird in dieser Hinsicht keine große Wirkung erzielen können. Aus diesem Grund ist ein regelmäßiges Saunieren zu empfehlen, möchte man sein geistiges bzw. körperliches Wohlbefinden mit Hilfe der speziellen Beleuchtung aufbessern.
Bevor man allerdings die vorteilhafte Wirkung einer Biosauna spüren will, sollte man absolut sicher sein, dass die körperliche Verfassung dies auch zulässt. Denn auch wenn das Saunieren eine gesundheitsfördernde Prozedur darstellt, muss bei bestimmten Erkrankungen hiervon abgeraten werden. Dies gilt insbesondere bei fieberhaften Krankheiten, Entzündungen an Organen und Blutgefäßen, Herzkrankheiten und bei einer Epilepsie. Während diese Erkrankungen ein konkretes Sauna-Verbot mit sich bringen, ist bei anderen Gesundheitsproblemen lediglich eine gewisse Vorsicht angebracht. Leidet man zum Beispiel unter schwerwiegenden Leber- oder Nierenproblemen, Gehirn-Durchblutungsstörungen oder unter einer sogenannten Wärmeallergie, sollte man ärztlichen Rat in Anspruch nehmen und somit in Erfahrung bringen, ob das Saunieren dem eigenen Gesundheitszustand wirklich dienlich ist. Das gilt auch bei hohem Blutdruck, wobei diesbezüglich ein gewisser Sonderfall vorliegt: Der Besuch in einer Biosauna wird bei hohem Blutdruck nämlich oftmals empfohlen, da hierdurch eine Blutdrucksenkung möglich ist. Dennoch sollte man grundsätzlich den Arzt fragen, ob auch im eigenen Falle das Saunieren vorteilhaft ist.
In allen anderen Fällen braucht man in der Regel keine Bedenken haben, so dass der erste Saunagang direkt in Angriff genommen werden darf. Vor allem bei Durchblutungsstörungen der Beine, Weichteilrheumatismus, chronischer Bronchitis, Asthma oder Katarrhen der Atemwege ist ein Saunagang zu empfehlen, da diesbezüglich eine heilende Wirkung erzielt werden kann. Wer das Saunieren im Kreise der Familie genießen möchte, kann dies selbstverständlich tun. Kinder dürfen sich zum Beispiel ab dem vierten Lebensjahr einem Schwitzbad unterziehen, wobei dieselbe positive Wirkung wie bei den Erwachsenen zu erwarten ist. Auch schwangere Frauen oder ältere Leute können sich - sofern keine der erwähnten Krankheiten vorliegt - bedenkenlos in eine Sauna begeben.
Damit die gewünschte Wirkung erzielt werden kann, muss man sich allerdings möglichst genau an die Vorgaben der Experten halten. Demzufolge sollte ein Saunagang in der Biosauna etwa 30 Minuten andauern. Somit unterscheidet sich das Saunaverhalten in einer Biosauna von dem in einer finnischen Sauna, wo nur ein 15minütiges Verweilen in der Schwitzstube empfohlen wird.
Die optimale Anzahl der Saunagänge ist wiederum von der Häufigkeit des Saunierens abhängig. Begibt man sich zum Beispiel täglich in die Biosauna, so ist ein Gang völlig ausreichend. Bei einem wöchentlichen Saunieren kann man hingegen bis zu drei Saunagänge durchführen. Sollte man sich wiederum zwei- oder dreimal wöchentlich in eine Sauna begeben, gelten zwei Gänge als das Optimum.
Doch bevor der erste Saunagang in Angriff genommen wird, sind verschiedene Dinge zu beachten: So darf man sich beispielsweise grundsätzlich nicht mit vollem Magen in die Sauna begeben, da hierdurch der Kreislauf zu stark belastet wird. Auch unter Alkoholeinfluss sollte nicht sauniert werden und Rauchern wird empfohlen, zwei Stunden vor bzw. nach dem Saunieren keinen Nikotin zu inhalieren.
Ein großer Fehler, der leider noch immer sehr häufig begangen wird, ist das Saunieren nach einer sportlichen Betätigung. Sport führt zu einer gravierenden Steigung der Pulsfrequenz, weshalb man sich danach erst einmal eine Ruhepause gönnen sollte.
Nur wenn all dies berücksichtigt wurde, hilft das Saunieren, die Gesundheit zu stärken. Damit auch die optimale Wirkung erzielt werden kann, denken die bewussten Sauna-Gäste stets an die richtige Vorbereitung. Dabei hat vor allem die Reinigungsdusche eine große Bedeutung, da hierbei die Haut von Fettfilm und Pflegeprodukt-Rückständen befreit wird. Sofern man kalte Füße hat, ist auch noch ein entsprechendes Fußbad zu empfehlen. Die Wassertemperatur sollte hierbei zwischen 32 und 35°C liegen, damit die Temperatur der Füße schnell erhöht wird. Erst wenn diese Vorbereitung abgeschlossen ist, sollte man sich guten Gewissens in die Biosauna begeben und dort das Schwitzbad genießen.



