Header



Sauna Ratgeber
Navi
Dies & Das
Navi 1
Saunaarten
Navi 1

Rauchsauna

Finnland ist eines der Ursprungsländer der modernen Saunakultur, zählen die "Schwitzbäder" hier doch letzten Endes bereits seit mehreren Jahrtausenden zur festen Tradition der skandinavischen Volksgruppen und haben sich auch im Lauf der letzten Jahrhunderte nur unwesentlich verändert. Einer dieser ursprünglichen Saunatypen ist die Rauchsauna. In einigen Quellen wird die Rauchsauna sogar als die eigentliche Ursauna bezeichnet. In ihrem Geburtsland wird dieser Typ auch als "savusauna" bezeichnet und dürfte hier bereits seit annähernd 2000 Jahren angewendet werden. In Finnland selbst erkennt man Blockhäuser, die als Sauna genutzt werden, vor allem an den Rußspuren, denn im Gegensatz zur modernen Ausführung der Sauna zeigen sich hier einige Unterschiede. Äußerlich fällt jedem Betrachter das Fehlen eines Schornsteins auf.



Vor allem während der Phase des Heizens und der Saunavorbereitung werden die Unterschiede zwischen beiden Formen deutlich, denn eine traditionelle Rauchsauna verfügt über keinen Schornstein. Der Rauch des brennenden Holzes durchdringt die Steine und verteilt sich anschließend im Innenraum der Sauna, was dieser Form des Saunierens ihren besonderen Reiz und dem Innenraum die typische schwarze Färbung verleiht. Mit Hilfe spezieller Löcher in der Wand und Decke kann der Rauch schließlich entweichen und gelangt so ins Freie. Allerdings brennt das Holz in den ersten Stunden des Heizens ohne die eben genannte Durchlüftung, die Luken bleiben bis kurz vor dem eigentlichen Saunabad geschlossen.

Aufgrund der langen Verweildauer im Saunaraum färbt sich das Holz der Sauna im Innenraum auch schwarz, ab der Oberkante des offenen Ofens findet man keinen Zentimeter, der nicht vom Ruß vollkommen eingeschwärzt wurde. Deshalb sollte vor jedem Saunagang der Innenraum geputzt werden, zum Sitzen dient dann das Holzbrett als Unterlage. Wer also gegen Rauch und Ruß eine gewisse Abneigung empfindet, sollte eine klassische Rauchsauna eher meiden und bei der modernen Variante mit einem Schornstein bleiben. Saunen mit geschlossenem Ofen und einem Schornstein sind erst seit wenigen Jahrzehnten in Gebrauch und hätten fast die klassische Rauchsauna verdrängt. In den 1980er Jahren gab es, gemessen an ihrer früheren Zahl, nur noch wenige Rauchsaunen.

Allerdings hat auch in Finnland wieder ein Umdenken eingesetzt und inzwischen nehmen die Rauchsaunen wieder kontinuierlich zu. Was heute nur noch dem reinen Genuss dient und nicht nur für die Finnen ein reines Freizeitvergnügen ist, erfüllte früher noch ganz andere Zwecke. Besonders die Abmessungen einiger Saunen legen nahe, dass sie nicht nur dem Baden dienten, sondern daneben auch als Heilstube genutzt wurden. Zudem war es lange Zeit nichts Ungewöhnliches, dass eine Sauna auch als Kreissaal diente und hier auch ein Teil der täglichen Hausarbeit verrichtet wurde. Aufgrund der vielfältigen Verwendungszwecke konnte es durchaus sein, dass einige der ursprünglichen, finnischen Saunen eine Grundfläche von 30 m2 oder mehr erreichten.

Wie baut man eine Rauchsauna aber selbst? Schließlich wünschen sich viele Fans dieses Saunatyps sicher ein eigenes kleines Blockhäuschen im heimischen Garten. Zunächst muss man sich darüber klar werden, welche Abmessungen die Sauna haben soll, ob der Ofen nur über den Innenraum zugänglich ist oder auch von außen befeuert werden kann. Daneben ist die Entscheidung von Bedeutung, ob es auch eine Erdsauna sein darf. Bei dieser Sauna ergeben sich zwar bauliche Alternativen zur Massivholzbauweise, aber wenigstens der Innenraum sollte aus Holz gefertigt werden.

Im Umgang mit einer Rauchsauna ist einige Vorsicht geboten, denn gerade die Befeuerung setzt einiges an Übung und Erfahrung voraus. Schließlich besteht bei einer Überfeuerung des Ofens die Gefahr eines Saunabrandes. Deshalb sollte jeder Besitzer einer eigenen Rauchsauna auf entsprechende Schutzmaßnahmen achten und den Ofen durch eine angemessene Bauweise sichern. In Frage kommen hier etwa Wärmeschutzplatten für Kaminöfen, die unter anderem im Baufachhandel erworben werden können.

Wie aber läuft das Bad in einer Rauchsauna ab? Im Heimatland der Sauna hat sich zum Glück kein festes Ritual entwickelt, nach dem die Nutzung abzulaufen hat, was jedem der Badenden einen eigenen Weg zur Entspannung offen lässt. Allerdings können ein paar kleine Hinweise sicher nicht schaden.

Wer sich für den Besuch einer Sauna entscheidet, sollte auf jeden Fall ausreichend Zeit mitbringen, denn ein Bad ist nicht für die Zeit zwischen zwei Terminen geschaffen. Daneben wirken sich Hektik und Unruhe negativ auf den Besuch in einer Sauna aus. Gleiches gilt für den Genuss von Alkohol: Auf diesen sollte komplett verzichtet werden. Gegen ein Bier nach der Sauna gibt es allerdings nichts einzuwenden.
Ein wichtiges Utensil der Rauchsauna sind die Birkenzweige. Mit diesen wird der Körper abgeschlagen, um den Blutfluss und damit auch den Kreislauf anzuregen. Daneben gehören auch der obligatorische Holzeimer mit dem Aufgusswasser und ein hölzerner Löffel zur Ausrüstung für ein Bad in der Sauna.

Was den Aufguss selbst betrifft, so haben sich in den verschiedenen Ländern zum Teil sehr unterschiedliche Formen entwickelt. Je nach der Größe des Raumes wird unterschiedlich viel Wasser über den heißen Steinen des Ofens verteilt. Da sich die warme und feuchte Luft unter der Decke des Saunaraumes sammelt, kann sie mit einem Handtuch heruntergeschlagen werden. Diese Prozedur wird während des Aufgusses mehrmals wiederholt. Da die Phase des Aufgusses für den Körper eine starke Belastung darstellt, sollten Personen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden die Sauna vorher verlassen. Das Aufgusswasser für eine Rauchsauna kann mit unterschiedlichsten Ölen versehen werden, welche auf den Körper der Badenden entweder eine anregende oder eher beruhigende Wirkung haben.





 
Impressum