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Die Biosauna

Saunieren ist gesund. Es stärkt Herz und Kreislauf, wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus und entspannt. Nach dem Sport, nach dem Schwimmen, in der kalten Jahreszeit oder einfach nur so – ein Saunabesuch tut Körper und Seele Wohl. Allerdings vertragen nicht alle Menschen die Hitze, vor allem die Finnische Sauna mit 90° C oder noch wärmere Saunen sind für Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Bluthochdruck und Saunaneulinge scheuen die Hitze, die beim Aufguss ganz extrem wird. Die Biosauna ist eine gesunde Alternative.

Bio wie Leben

Die Biosauna hat mit dem Biotrend, der die Lebensmittelindustrie durchzieht, nichts zu tun. Es geht bei der Biosauna nicht um einen umweltverträgliche und nachhaltige, klimaschonende oder schadstoffarme Art des Saunierens, sondern um eine leicht verträgliche Art der Sauna. Durch die niedrigeren Temperaturen, die der Biosauna auch die Bezeichnung Softsauna oder Caldarium einbringen, ist diese Art der Sauna für alle, die hohe Temperaturen nicht mögen, verträglich. Die Bezeichnung Biosauna kommt der eigentlichen Bedeutung des lateinischen Wortes bio sehr nahe. Ursprünglich hatte der Begriff nämlich nichts mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu tun, sondern heißt schlicht „Leben“. Die Biosauna ist ein Raum, der lebensfreundliches Klima bietet und therapeutisch wirksam ist. Das liegt an den Besonderheiten dieser Form der Sauna.

Nicht so heiß, aber gleichmäßig feucht

Die Biosauna unterscheidet sich in zwei Dingen von der Finnischen Sauna: Die Temperatur beträgt nur zwischen 55° und 70° C (weshalb die Biosauna auch Caldarium oder Softsauna genannt wird), und sie hat eine konstante Luftfeuchtigkeit, die mit eta 50 % relativ hoch ist. Da die kühlere Luft gleichmäßig feucht gehalten werden kann, sind keine Aufgüsse nötig. Die Biosauna stellt damit einen ganz guten Kompromiss zwischen Dampfbad und Sauna dar. Durch die niedrigeren Temperaturen und die gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit können in der Biosauna ätherische Öle verwendet werden, die neben dem angenehmen Geruch auch noch therapeutische Wirkung entfalten, die entspannen, Muskeln lösen, sich positiv auf die Stimmung auswirken oder schlicht erfrischen. Oft ist die Biosauna auch mit farbiger Beleuchtung versehen, so dass eine Farb- oder Lichttherapie mit ins Spiel kommt. Leise Musik, Vogelgezwitscher oder Walgesänge tragen zur akustischen Entspannung bei. Biosauna ist nicht einfach gleich Biosauna, sondern ein Sammelbegriff für alle möglichen Arten von Erlebnissauna, die nicht die 90° C der Finnischen Sauna erreichen, sondern kreislaufschonend darunter bleiben.

Die Biosauna

Die Biosauna ©iStockphoto/goal1

Von Ärzten der Charité empfohlen

Es gibt immer wieder Studien, die die Wirksamkeit des Saunierens überprüfen. In der Regel sind sie von Ärzten geleitet, die auf die Muskelentspannung nach dem Sport fokusiert sind, auf die Verträglichkeit des Saunierens für Kinder, für ältere Menschen oder die Eignung bei Bluthochdruck. Menschen mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen bekommen hin und wieder den Rat, nicht zu saunieren. In Bezug auf die Biosauna sind sich die Ärzte der Berliner Charité allerdings einig: Sie ist für alle Menschen empfehlenswert. Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Kreislaufproblemen können die Biosauna genauso therapeutisch nutzen wie Menschen mit Bluthochdruck, denen der regelmäßige Besuch einer Biosauna sogar zur unterstützenden Therapie empfohlen wird. Warum ist das so? Die Temperaturen der Biosauna sind verhältnismäßig schonend für den Kreislauf und treiben den Blutdruck nicht in die Höhe. Da sich die Kerntemperatur des Körpers in der Biosauna nur sehr langsam erhöht, können auch gesundheitlich angeschlagene Menschen gut saunieren. Der Körper wird nicht so stark belastet wie in der Finnischen Sauna. Die Finnische Sauna ist vor alle durch die trockene Luft und die plötzliche feuchte Hitze beim Aufguss so belastend – das fehlt bei der Biosauna, die eine gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit aufweist.

Saunieren nach Regeln

In Deutschland findet man Saunen in öffentlichen Badelandschaften, angeschlossen an Fitnessstudios und Sportanlagen. Kletterhallen, Badmintonhallen, Tennisanlagen haben oft eine Saunalandschaft, die von den zahlenden Gästen genutzt werden kann. Und natürlich hängen an der Tür die Regeln aufgeschrieben. Duschen, Abseifen, Abwaschen, Trocknen, Fußbäder, Spaziergänge im Freien, heiße und kalte Tauchbäder, alles ist festgelegt. Der zeitliche Ablauf des Saunagangs und des Rundherums scheint starr, Saunieren ist eine Wissenschaft und keineswegs ein Vergnügen – diesen Eindruck bekommt man schnell. Das ist allerdings Unsinn. Natürlich kann man die positiven Wirkungen des Saunierens durch Fußbäder und Tauchbäder verschiedener Temperatur unterstützen. Wer sich nicht an diese zeitlich auf je Handlung fünf bis zehn Minuten festgelegten Regeln hält, nimmt trotzdem keinen gesundheitlichen Schaden. Es ist eine typisch deutsche Sache, ein so großes Vergnügen wie den Saunabesuch in starre Regeln und Abläufe zu pressen.

Für die meisten Biosaunen gelten diese Vorgaben nicht. Die Biosauna ist dank der niedrigeren Temperatur sehr verträglich, man kann also locker bis zu einer halben Stunde in der Sauna bleiben. Die meisten Menschen benötigen diese Zeit, um in der Biosauna überhaupt erst ins Schwitzen zu kommen. Generell gilt in der Biosauna, dass das erlaubt ist, was gefällt (solange es mit Anstand getan wird). Wenn Kinder also lieber auf den unteren Sitzen bleiben, ältere Menschen sich nicht legen, sondern nur setzen wollen und der Papa mit seiner Zeitung gute vierzig Minuten in der Biosauna verbringt, ist das völlig ist Ordnung. Biosauna ist gut, wenn sie bei denen, die saunieren, für Wohlbefinden sorgt. Wer schwitzt, darf früher rausgehen, auf ein weiter unten liegendes Sitzbrett wechseln und sich dort entspannen. Strenge Regelbefolgung wird meist eher in der Finnischen Sauna verlangt, und da sind dann auch Kinder oft unerwünscht.

Biosauna für zu Hause?

Das ist gar kein Problem. Die meisten Saunaöfen lassen es durchaus zu, auch niedrigere Temperaturen als 90° C einzustellen. Niedrigere Temperaturen heißt immer auch, dass weniger Strom verbraucht wird, dass sich die Zeit des Vorheizens verkürzt, dass das Material weniger beansprucht wird – und dass die Sauna zum Vergnügen für die ganze Familie wird. Die Saunakabine sollte nicht zu klein gewählt werden, denn Saunieren ist ein geselliges Vergnügen. Man trifft sich in der Sauna, um dort zusammen zu schwitzen. Man entspannt sich zusammen, erzählt, lacht, hat Spaß. In anderen Ländern wird in der Sauna das Tagesgeschehen diskutiert, man trifft sich mit Freunden zum Saunieren anstelle DVDs zu sehen, genießt abends als Familie gemeinsam einen Saunagang. Das ist in Deutschland in öffentlichen Saunalandschaften nicht ganz einfach, aber in der eigenen Sauna zu Hause ist es durchaus möglich.

Verschiedene Bauarten

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, eine Saunakabine zu bauen. Die im Handel erhältlichen Varianten reichen von Kunststoff über Aluminium bis hin zu Naturholz. Letzteres ist besonders haltbar, denn wenn das Holz gut verarbeitet ist und die Kabine fachgerecht aufgebaut wurde, ist das eine sehr langlebige Sache. Unbehandeltes Holz wird normalerweise nicht luftdicht zu einer Kabine verbaut, sondern mit etwas Spiel. Die einzelnen Bretter werden mit einem Stecksystem verbunden, das dem Holz Raum zum Atmen lässt, es in der Hitze arbeiten und mit Feuchtigkeit aufquellen lässt, aber dennoch stabil ist. Holzkabinen schimmeln nicht, denn das Holz wird belüftet und kann atmen, wenn es nicht komplett abgedichtet wird. Anders ist das bei Saunakabinen aus Kunststoff oder mit Aluminium – diese Kabinen sind mehr oder weniger dicht, sie sind gegen Wärmeverlust isoliert. Sie müssen regelmäßig gereinigt und immer gut belüftet werden, um lange hygienisch zu bleiben.

Holzofen, Elektroofen, Ölofen – Saunaöfen

Beim Bau der privaten Sauna hat man auch in Sachen Ofen die Wahl. Sehr weit verbreitet sind Elektroöfen, die recht stromintensiv und daher teuer im Betrieb sind. Man kann die Sauna aber auch mit einem Holzfeuerofen ausrüsten. Das ist dauerhaft im Betrieb kostengünstiger, muss aber in Sachen Brandschutz wirklich professionell ausgeführt sein und unterliegt ganz strengen Regelungen in Deutschland. Die Hitze, die ein Holzfeuer in der Saunakabine abstrahlt, ist von einer ganz anderen Qualität als die Wärme, die ein Elektroofen abgibt. Es ist eine angenehme Hitze, die Kraft hat, schnell zum Schwitzen bringt und relativ trocken ist – in der einfachen Ausführung ist das für die Biosauna also nicht optimal. Allerdings gibt es auch Feuerbecken und -öfen, die das Erhitzen von Steinen zulassen. Schlichter Basalt, farbschöner Speckstein oder andere hitzebeständige Steine werden dann genutzt, um den Saunaraum zu erhitzen. Und diese Steine vertragen es auch, wenn Wasser darüber gegossen wird, um die Luftfeuchtigkeit nach oben zu treiben. In einer fachgerecht gebauten Biosauna bleibt die Feuchtigkeit dann auch im Raum, denn das Holz der Wände und Bänke saugt sich nur bis zu einem gewissen Grad voll, quillt dabei auf und dichtet den Raum ab, solange er heiß und in Benutzung ist. Erst beim Auskühlen zieht sich das Holz wieder zusammen, es kann gelüftet werden und die Luftfeuchtigkeit sinkt langsam. Eher selten sind öl- und gasgetriebene Saunaöfen, die nicht mehr oft verbaut werden.

Letzten Endes ist es Geschmackssache, wie man die eigene Sauna zu Hause aufbaut. Es gibt, nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht, Argumente für und gegen jede Art von Ofen und Kabine. Und es ist nicht richtig, dass man in eine Mietwohnung keine Saunakabine einbauen kann – wenn ausreichend Platz vorhanden ist und der Vermieter sein Einverständnis gibt, ist das natürlich auch möglich.