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Die Dampfsauna

Eine Sauna ist ein Raum aus Holz, der vorübergehend intensiv aufgeheizt wird, um darin stark zu schwitzen. Die Sitzbänke sind in zwei oder drei Stufen gestaltet. Die Dampfsauna ist eine spezielle Version der klassischen Sauna. Die alten Römer wussten bereits die angenehme und gesundheitsfördernde Wirkung eines mit Dampf gefüllten Raums auf Körper und Geist zu nutzen und zu schätzen. Ausgehend von dieser Grundtechnik haben sich mit der Zeit viele Ausprägungen und Varianten entwickelt. Im Gegensatz zu einer konventionellen finnischen Sauna, die bis zu 110 Grad erhitzt werden kann, ist die Raumtemperatur einer Dampfsauna sehr mild und erträglich. Sie eignet sich daher insbesondere für Einsteiger. Es sind auch Dampfsaunen verfügbar, die kurzfristig so erhitzt werden können, dass der heiße Dampf gewöhnungsbedürftig ist. Um einen sicheren Umgang im Zusammenhang mit einem Saunagang zu gewährleisten, ist eine genaue Regelkenntnis vorteilhaft. In der Regel findet ein Saunabesuch für Frauen und Männer getrennt statt. Es sind aber auch gemischte Aufenthaltsformen anzutreffen. Es sind viele öffentliche und private Saunas vorhanden. Zahlreiche Hotels, Sport- und Fitnessstellen verfügen über Saunas.

Funktion und Wirkung einer Dampfsauna

Die Erwärmung des Raumes erfolgt durch Dampfzufuhr. In einem Dampfgenerator wird das zugeführte Wasser erhitzt und zum Kochen gebracht. Durch hitzebeständige Schläuche wird der Wasserdampf über Düsen in die Kabine geleitet. Durch ein Belüftungssystem erfolgt die Regulierung der notwendigen Sauerstoffzufuhr, indem der Dampf kontinuierlich nach außen geleitet und dabei der Kabine frische Luft zugeführt wird. In einer Dampfsauna beträgt die Luftfeuchtigkeit bei noch angenehmen 50 Grad Celsius 100 Prozent. Starker Nebel schränkt die Sicht auf kürzeste Distanz so stark ein, dass andere Personen in der Sauna kaum noch zu erkennen sind. Durch den extrem hohen Feuchtigkeitsgehalt sind Handtücher zum Abtrocknen oder Abputzen der Bänke kaum noch wirksam. Wirkungsvoller zum Reinigen der Bänke von Schweißabsonderungen erweist sich ein Wasserschlauch. Badeschlappen sind sinnvoll, um ein Ausrutschen zu verhindern. Das Schwitzen lohnt sich. In jedem Fall. Die feuchte warme Luft verbessert die Durchblutung und damit die Elastizität von Muskeln und Bindegewebe. Sie wirkt sich auf angespannte oder verkrampfte Muskeln schmerzlindernd und entkrampfend aus. Dabei wird die Bewegungsfähigkeit von Gelenken und Muskeln spürbar verbessert. Es können sogar leichte rheumatische Erkrankungen gelindert werden. Regelmäßiges Saunieren stärkt das körpereigene Immunsystem und schützt vor Erkältungskrankheiten.

Ein regelmäßiges Dampfbad fördert die Gesundheit auf verschiedene Weise

Durch nachhaltiges Inhalieren des feinen Wasserdampfes werden die Atemwege befeuchtet. Der schleimlösende Dampf ist auch hilfreich bei Erkältungserscheinungen wie Heiserkeit und Husten. Dieser Effekt kann durch Zusätze wie Minze, Eukalyptus, Latschenkiefer oder Zitrusfrüchte noch verstärkt werden, um beispielsweise Linderung bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen zu erreichen. Der Kreislauf wird angeregt und der gesamte Organismus wird dadurch abgehärtet. Einer Wetterfühligkeit wird vorbeugend entgegengewirkt. Durch die vermehrten Schweißabsonderungen findet eine natürliche Entschlackung statt. Dabei werden Giftstoffen aus dem Körper über die Schweißbildung ausgeschieden. Langfristig verbessern sich auch die psychische Stabilität und das allgemeine Wohlbefinden. Menschen mit Einschlafproblemen, Unruhezuständen oder depressiven Verstimmungen finden privat wie beruflich Entspannung und neue Kraft durch einen Dampfsauna-Besuch. Angesichts des hohen Flüssigkeitsverlustes ist ein Ausgleich für die Vitalität wichtig.

Vor allem bei Störungen der Hautdurchblutung, trockener und unreiner Haut und sogar bei Hautbeschwerden wie Schuppenflechte, Neurodermitis und Akne trägt ein regelmäßiger Besuch einer Dampfsauna zum Abklingen der Beschwerden bei. Im Einzelnen geschieht dies dadurch, dass der Körper auf den heißen Wasserdampf mit der Aktivierung der Abwehrzellen reagiert. Die Hautoberfläche erwärmt sich dabei um bis zu zehn Grad und die Blutgefäße erweitern sich. Dadurch kommt es zu einer stärkeren Durchblutung und die Atem- und Herzfrequenz erhöht sich. Die Muskulatur entspannt sich, während der Schweiß in Strömen fließt. Pro Minute beträgt der Flüssigkeitsverlust circa 20 Milliliter. Nach einer viertelstündigen Dauer bedeutet dies einen halben Liter Schweißabsonderung. Im Zuge dieses Prozesses werden aus dem Bereich der Fettzellen Schlackenstoffe und Giftstoffe ausgeschwemmt. Bezogen auf die Muskulatur gibt diese Milchsäure ins Blut ab. Später erfolgt die Ausscheidung über den Urin. Bei einer zeitnahen Kompensation des Flüssigkeitsverlustes während des Aufenthaltes in der Dampfsauna würde das Ausschwemmen der Schlacken unterbrochen oder vermindert. Insofern erscheint es zweckmäßig, erst unmittelbar nach Beendigung des Saunierens den Flüssigkeitsverlust im erforderlichen Umfang durch Trinkmengen zu egalisieren. Hierzu eignet sich vor allem Mineralwasser.

Die Dampfsauna

Die Dampfsauna ©iStockphoto/targovcom

Durch den Wasserdampf wird außerdem auch die Durchblutung der Schleimhäute gefördert und dabei eine Sekretabsonderung bewirkt. Die verbesserte Durchblutung erhöht ebenfalls die Funktionalität der Lunge, wodurch die Atmung erleichtert wird. Ein regelmäßiger Besuch einer Dampfsauna über einen längeren Zeitraum ist also hilfreich für die körperliche und psychische Befindlichkeit. Dabei können akute Beschwerden im dargestellten Bereich gelindert sowie vorbeugende Effekte erreicht werden.

Der Besuch einer Dampfsauna sollte zeitlich angemessen sein

Die Aufenthaltsdauer im Dampfbad sollte jedoch nicht übertrieben werden. Ungefähr 10 bis 15 Minuten werden als angemessene Aufenthaltszeit empfohlen. Insbesondere bei bestehenden Kreislaufproblemen ist zu Beginn ein eher geringerer Zeitansatz zu wählen. Ein moderates Abkühlen ist ebenfalls empfehlenswert. Nach dem Beginn mit einer lauwarm temperierten Dusche sollte die Temperatur langsam verringert werden, um den Kreislauf schrittweise daran zu gewöhnen. Dabei sollte mit dem Abduschen von den Füßen angefangen von unten nach oben begonnen werden. Nach der Abkühlungsphase ist eine Ruhepause von circa 20 bis 30 Minuten empfehlenswert.

Das Saunazubehör für einen ungestörten und angenehmen Betriebsablauf

Für den Aufguss ist ein Eimer sowie eine Kelle erforderlich. Dabei sollte auf die passende Holzsorte wie zum Beispiel Fichte geachtet werden. Zur notwendigen Orientierung bezogen auf die Dauer der Sitzung dient in der Regel eine an der Wand montierte Sanduhr sowie ein Thermometer zur Bestimmung der Raumtemperatur. Die genaue Bestimmung des Luftfeuchtigkeitswerts erfolgt durch einen Hygrometer. Wichtig sind auch Liegehilfen zur Gewährleistung der Bequemlichkeit in der Dampfsauna. Dazu können bewegliche hölzerne Kopfstützen Verwendung finden. Angesichts der hohen Luftfeuchtigkeit ist ein dickes, saugfähiges Saunatuch empfehlenswert. Hilfreich ist auch ein größeres Handtuch zur Körperbedeckung während des Durchlüftens der Kabine vor dem Aufguss. Saunamützen oder Hüte können vor der Sauna bereitgelegt werden. Zur Verbesserung des Wellnessempfindens können zusätzlich Lautsprecher und Lichtquellen installiert werden. Nach dem Saunabesuch ist vielfach die Verwendung von Kosmetikartikeln wie Cremes oder Lotionen gefragt. Es bieten sich auch attraktive Bademäntel an. Zur Pflege der Holzoberflächen in der Sauna sind geeignete Pflegeprodukte zweckmäßig.

Regeln, Verhaltenshinweise und Tipps für den Besuch einer Dampfsauna

+ Aus hygienischen Gründen und zur Haupterwärmung ist zunächst das Duschen nötig

+ Die Sauna sollte im abgetrockneten Zustand betreten werden

+ Der Besuch der Sauna sollte angenehm sein, die Höchstzeiten eingehalten werden

+ Zum Schutz der Haut und der Holzbeschaffenheit der Bank sind Handtücher unverzichtbar

+ Zum Beginn eines Sauna-Gangs sollte zunächst die unterste Bank benutzt werden

+ Nach einem längeren Liegen sollte der Wechsel auf die sitzende Haltung langsam erfolgen

+ Nach der Dampfsauna ist Abkühlung, Durchatmen und anschließende Ruhe angesagt

+ Beim Abkühlen per Schlauch wird mit Armen und Beinen in Herzrichtung angefangen

+ Nach dem Schwallguss kann eine kalte Dusche oder ein kaltes Bad folgen

+ In der Phase der Abkühlung sind warme Fußbäder hilfreich gegen starkes Nachschwitzen

+ Das Reden während einer Dampfsauna sollte auf das Nötigste beschränkt bleiben

+ Die Begrüßung beim Betreten der Dampfsauna zählt zum guten Ton

+ Körperliche Belastungen wie Gymnastik sind während des Saunaaufenthalts tabu

+ Nach dem Besuch der Sauna ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme unabdingbar

+ Es sollten höchstens drei Saunagänge erfolgen

+ Eine Sauna wird nicht in Badekleidung betreten

+ Ein Kopfschutz, zum Beispiel ein Filzhut, ist zur Verhinderung von Überhitzung zulässig

+ Ein wichtiger Ratgeber für den Besuch einer Dampfsauna ist das eigene Empfinden