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Die Fasssauna

Nicht jeder kann es sich leisten, im eigenen Haus oder der Wohnung eine teure finnische Sauna einbauen zu lassen. Und oft ist es aus den unterschiedlichsten Gründen schwierig, regelmäßig ein Wellness-Zentrum oder ein Schwimmbad mit angeschlossener Sauna anzusteuern. Gerade wer auf dem Lande lebt und lange Anfahrtswege in Kauf nehmen muss, um richtig ins Schwitzen zu geraten, kann eine andere Möglichkeit in Erwägung ziehen: die der Fasssauna, im eigenen Garten, im Hinterhof oder im Keller.

Eine Tonne mit vielen Namen

Ob Fasssauna, Saunatonne, Schwitzfass oder Saunafass – gemeint ist eine Sauna in Form eines Holzfasses. In ihm befinden sich ein Saunaofen und einige Holzbänke.
Eine Fasssauna ist leicht zu transportieren und kann ohne großen Aufwand in jedem Garten, jedem Hof aufgestellt werden. Wer nicht weiß, worum es sich handelt, könnte das coole Gebilde auf den ersten Blick für eine originelle Hobby-Werkstatt oder ein recht luxuriöses Spielhaus für die Kinder halten. Doch weit gefehlt…

Eine Fasssauna ist effizient

Die runde Form des Fasses dient nicht nur der Ästhetik, sie hat gegenüber einer eckigen Sauna auch einige ganz entscheidende Vorteile: Die gekurvten Wände sorgen für eine bessere, gleichmäßige Hitzeverteilung. Wärme steigt bekanntlich nach oben, also ist die Decke einer rechteckigen Sauna natürlicherweise heißer als der bodennahe Bereich. In einer Saunatonne jedoch wird die Hitze durch die runde Fassform die Wände hinunter gedrückt und füllt bei diesem Vorgang sofort wieder den Raum mit gleichmäßiger Hitze. Da es weniger Raum zu erhitzen gibt, wird weniger Energie verbraucht.

Die dicken Holzdauben dienen als natürliche Isolation gegen Wärmeverlust. Prüft man die Außentemperatur am Fass mit den Händen, spürt man keine entweichender Hitze. Das Holz fühlt sich kühl an.

Der Ofen einer Fasssauna – Holz oder Elektro?

Hier gilt es zu entscheiden, ob man ein Fasssauna-Modell mit einem Holzofen oder einem Elektroofen wählen möchte. Die meisten eingefleischten Saunafans ziehen den Holzofen vor. Allerdings muss auch auf die Sicherheit geachtet werden. Am besten wird der Schornsteinfeger befragt, ob es Einwände gegen den Gebrauch eines Holzofens in dem hölzernen Fass gibt.
Weil niemand zu Schaden kommen soll, muss der Holzofen ein Zertifikat nach der Bundesimmissionsschutzverordnung – was für ein großartiges Wort! – haben.
Zu beachten ist weiters, dass die Fasssauna über genügend Luftschächte verfügt. Sie sind notwendig, um den Luftaustausch sicherzustellen. Nur so kann man garantieren, dass sich kein gefährliches Kohlenmonoxyd während des Betriebes ansammelt. Achtung: eine Kohlenmonoxydvergiftung ist lebensgefährlich!

Der Saunabetrieb mittels Elektroofen ist weniger stark reguliert. Da die meisten Elektroöfen aber einen Starkstromanschluss erfordern, ist der energiesparende Effekt damit verloren. Das wäre wirklich schade. Daher ist dem Holzofen eindeutig der Vorzug fürs klassische finnische Saunen bei hohen Temperaturen zu geben.
Seit einiger Zeit sind auch die ersten Infrarot-Fasssaunen erhältlich. Infrarot-Öfen dienen bei niedrigen Temperaturen in erster Linie der Muskellockerung und Entspannung und versprechen Linderung bei rheumatischen Beschwerden.

Fasssauna

Fasssauna ©iStockphoto/KeithFLS

Fasssauna – kaufen oder mieten?

Die zunehmende Beliebtheit der Fasssauna hat findige Unternehmer auf den Plan gerufen, die auf einem Anhänger ein Schwitzfass an fast jeden beliebigen Ort transportieren können. Das ist eine wunderbare Gelegenheit, sich mit den Vorteilen der Fasssauna vertraut zu machen, ehe man selbst einen der runden Schwitztonnen im Fachhandel kauft.
Wenn man schließlich doch eine Fasssauna ersteht, sollte man sich für ein Qualitätsprodukt entscheiden.

Luxussauna oder einfaches Modell?

Mittlerweile hat sich beim Design von Fasssaunas eine Menge getan. Gab es zu Beginn nur das klassische horizontale „Diogenes“- Fass, so gibt es mittlerweile Saunafässer in den unterschiedlichsten Ausführungen. Sie haben nur eines gemeinsam: die runde Form des Saunaraumes. Aufrecht stehende Fässer tun ihren Dienst ebenso gut wie das oben erwähnte Quer-Modell. Es gibt Saunafässer mit Fenstern, vorgebauten oder umrundenden Terrassen und sogar mit integrierter Umkleidekabine.

Qualität hat ihren Preis

Es ist niemals eine gute Idee, sich ohne ausführliche Qualitätsprüfung vom günstigsten Angebot verführen zu lassen. Das gilt selbstverständlich auch beim Kauf einer Fasssauna. Nur, weil es einen schicken Eimer und ein High-Tech Thermometer dazu gibt, heißt das noch lange nicht, dass der Hersteller auch das beste Produkt liefert.
Es gilt vor allem herauszufinden, wie es um die Holzqualität bestellt ist. Saunafässer mit Dauben etwa, die weniger als 40mm stark sind, erfüllen ihren Zweck nicht. Ebenso ist von doppelwandigen Holzfässern abzuraten. Das scheint der Logik zu widersprechen, dass doch doppelt stets besser hält! Im Falle eines Fasses ist es jedoch so, dass doppelte Wände unterschiedlichen Temperatureinflüssen ausgesetzt sind. Das hat eine negative Auswirkung auf die Stabilität.

Ein Fass fürs Leben

Die historische Konstruktion mit einfachsten, verzahnten Dauben dagegen hält ein Leben lang. Auch sollte darauf geachtet werden, dass beim Bau nicht zu viele Nägel oder Klebstoffe verwenden wurden. Das Holz muss atmen und sich unter dem Einfluss äußerer Witterung und Erhitzung von innen flexibel verhalten können.
Ideal sind Fasssaunas aus Zedernholz oder ähnlichen gut getrockneten Harthölzern. Sie sind von Natur aus resistent gegen Befall durch Schimmel, Pilze, Termiten oder andere Schädlinge. Diese Hölzer widerstehen Feuchtigkeit von außen und müssen nicht chemisch behandelt werden.

Ein wunderbares Sauna-Erlebnis

Trotz der Hitze beim Saunagang bleiben gute Hölzer kühl. Die runden Wände geben dem Rücken eine bequeme Möglichkeit, sich beim Sitzen zu entspannen.
Wer einmal selbst in einer Fasssauna geschwitzt hat, wird nur ungern in eine klassisch viereckige Kabine zurückkehren. Durch die runde Form des Raumes entsteht ein Gefühl des Beschütztseins und des Vertrauens. Das Prasseln des Holzofens erzeugt auf geradezu magische Weise einen Zustand der meditativen Zeitlosigkeit.
Wer das Glück hat, in einem Zedernholzfass zu sitzen, wird den sehr speziellen sanften Duft des Holzes nicht mehr missen mögen. Es ist natürliche Aromatherapie. Die wirkt bekanntlich ausgleichend und harmonisierend auf das gesamte Nervensystem.

Was man noch wissen sollte:

Die Fasssauna benötigt in der kalten Jahreszeit zwischen 30 und 60 Minuten, um eine Temperatur von 90 Grad zu erreichen. Viele Saunagänger sind aber mit milden 70 Grad vollauf zufrieden.
Für zwei bis drei Saunagänge in einer Holzofen-Fasssauna werden etwa 10 kg Holz benötigt.

Fazit: die Fasssauna im eigenen Garten ist eine großartige Sache.

Saunagänge dienen das ganze Jahr über der Entgiftung. Und die ist eine Voraussetzung für dauerhaften Gewichtsverlust. Im Winter hat das Saunen eine zusätzliche Schutzfunktion, weil es das Immunsystem gerade in der kalten Jahreszeit weiter stärkt. Ein Tipp für alle, die sich mit dem Schwitzen schwer tun: viel trinken. Vor dem Saunagang den ganzen Körper mit dem Luffahandschuh abschrubben, das öffnet die Poren. Es ist erstaunlich, um wie viel leichter das Schwitzen dann geht! Der kalte Guss unter der Dusche oder mit dem Schlauch, von den Füßen aufwärts, immer in Richtung Herz, ist ein Muss. Und die darauf folgende Schnappatmung erinnerte unsere Lungen daran, wozu sie gemacht sind: um ganz tief Luft zu holen und zu atmen.