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Wieso die Sauna nicht beim Abnehmen hilft aber trotzdem so gesund ist?

Saunieren spaltet die Nation – entweder man liebt es, oder man liebt es nicht. Das Angebot für Sauna-Gänger ist groß: Vom finnischen Original bis zum türkischen Dampfbad ist alles zu finden. Ob mit Sauna-Bekleidung oder splitternackt, überall wird geschwitzt, was der Aufguss hergibt. Dabei halten sich hartnäckige Gerüchte rund um das Saunieren. Eines davon besagt, dass der regelmäßige Saunabesuch zu einem schlanken Körper verhilft und die Fettpölsterchen in Dampf auflöst. Welch eine wunderbare Vorstellung. Nach schlank im Schlaf, jetzt auch schlank beim Schwitzen. Wie bei allen Gerüchten muss auch dieses einer eingehenden Hinterfragung und wissenschaftlichen Untersuchungen standhalten. Diätlüge oder Wunderwahrheit?

Gewichtsreduktion beim Saunagang

Wer sich direkt nach dem Saunieren auf die Waage wagt, wird feststellen, dass er erkennbar an Gewicht verloren hat. In diesem Moment ist die Freude groß. Gedanklich wird bereits ein Diagramm erstellt, das die proportionale Abnahme des Gewichts bei zunehmenden Saunabesuchen aufzeigt. Ruck zuck ist dann auch ermittelt, wann das Wunschgewicht erreicht ist. Keine Diät, keine Hilfspillchen, kein Hungern – ein Traum! Doch leider gehen nicht alle Wünsche in Erfüllung. Der Gewichtsverlust nach dem Saunagang ist eine Tatsache. Tatsache ist aber unglücklicherweise auch, dass es sich dabei nicht um den erhofften Verlust von Fettpölsterchen handelt, sondern von Wasser. In der Sauna verliert der Körper viel Wasser, was sich dann auf der Waage bemerkbar macht. Doch bedauerlicherweise ist dieser Effekt bereits nach dem Auffüllen der Wasserreserven wieder verloren.
Merke: Beim Saunieren wird Wasser verloren, kein Fett.

Entschlacken beim Schwitzen

Wie wir gelernt haben, bewahrheitet sich das Gerücht über das Abnehmen beim Saunieren nicht. Aber alle Saunagänger dürfen sich dennoch freuen: Vergeblich ist der Saunagang ganz sicher nicht. Der Körper ist beim Saunieren starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Diese regen den Stoffwechsel und somit auch die Fettverbrennung an. Leider ist dieser Effekt nicht anhaltend, aber er ist da! Von Zeit zu Zeit ist es empfehlenswert den Körper kräftig zu entschlacken. Was genau bedeutet dieses „Entschlacken“ eigentlich? Als Schlacken werden verschiedenartige Verbrennungsrückstände bezeichnet, die bei Stoffwechselprozessen entstehen. Entschlacken bedeutet demnach sich von diesen Giftstoffen zu befreien. Genau genommen bedeutet Entschlacken also nichts anderes als Müll abladen. Das Saunieren hilft dabei. Schnell entsteht jetzt die Vorstellung eines Giftstofflagers in der Saunakabine. Ganz so ist es natürlich nicht. Doch tatsächlich ist es so, dass beim Saunieren die hohen Temperaturen die Durchblutung und den Stoffwechsel anregen. Auf diese Weise wird das Entschlacken des Körpers unterstützt.
Merke: Saunieren hilft beim Entschlacken.

Sauna

Sauna ©iStockphoto/CandyBoxImages

Saunieren geht unter die Haut

Die angeregte Durchblutung beim Saunagang wirkt sich auch positiv für die Haut aus. Durch das starke Schwitzen wird die Haut porentief gereinigt. Die Reinigung ist sehr mild und schonend für die Haut. Schadstoffe werden über die Haut ausgeschieden und das Hautbild ist nach dem Saunieren spürbar erfrischt. Die trockene Hitze der Saunaluft wird sogar therapeutisch zur Behandlung von Hauterkrankungen eingesetzt. Patienten, die unter Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte) leiden, können durch regelmäßiges Saunieren positive Veränderungen feststellen. Die Hornschüppchen lösen sich leichter und die Haut kann besser atmen. Vorab sollte eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Regelmäßiges Saunieren schützt die Haut vor dem Austrocknen und beugt sogar der Hautalterung vor. Sehr trockene Haut profitiert davon, dass die Hautstruktur durch das Schwitzen verbessert wird. Merke: Die Haut fühlt sich wohl in der Saunaluft.

Entspannung für Muskeln und Seele

Viele Sportler schwören darauf: Nach erfolgreicher sportlicher Tätigkeit geht es erst einmal ab auf die Saunabank, um die Muskulatur zu entspannen. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Sauna schafft ideale Bedingungen für die Entspannung der Muskeln. Nicht nur die Muskulatur hat bei einem Saunagang die Möglichkeit sich zu entspannen. Der ganze Körper wird durch die Wärme in einen wohlig, angenehmen Zustand versetzt.
Mit der Entspannung des Körpers setzt auch eine geistige Entspannung ein. Die Sauna ist daher für viele ein Ruhepol und ein Ort zum Abschalten. Die Tatsache, dass man mit dem Saunagang etwas Gutes für seine Gesundheit leistet und den Körper pflegt, gibt ein zusätzlich entspanntes und ausgeglichenes Gefühl. Die ätherischen Öle der Aufgüsse regen die Sinne an und versetzen Körper und Geist in einen Ruhezustand.
Merke: Saunieren ist Entspannung pur.

Richtig Saunieren zum Wohle der Gesundheit

Da der Körper bei jedem Saunagang sehr viel Wasser verliert, ist es wichtig, vorher ausreichend zu trinken. Aus hygienischen Gründen sollte vor dem Saunagang geduscht werden. Ein gründliches Abtrocknen ist wichtig, damit der Körper den Schweiß besser nach außen abgegeben kann. Wer die Schweißbildung zusätzlich anregen will, kann vor dem Saunieren ein warmes Fußbad machen. Kurze, aber intensive Saunagänge sind empfehlenswert. Acht bis fünfzehn Minuten sind absolut ausreichend. Nicht jeder verträgt einen Saunagang gleich gut. Jeder sollte daher auf seinen eigenen Körper hören und die Sauna rechtzeitig verlassen. Dabei ist es wichtig, sich langsam aufzurichten und langsam aufzustehen, damit der Kreislauf nicht schlapp macht. Nach dem Saunagang ist frische Luft wichtig. Hier kann der Körper Sauerstoff tanken und sanft abkühlen. Wer einen Kälteguss zur Abkühlung bevorzugt, nutzt Dusche, Kneippschlauch oder Tauchbecken. Danach ist Ausruhen angesagt: Die Dauer des Ausruhens sollte mindestens so lange sein, wie der Saunaaufenthalt. Merke: Richtig sauniert wird die Gesundheit angekurbelt.

Das Saunieren weitet die Gefäße und kurbelt die Blutzirkulation an. Durch die Temperaturwechsel von extrem heiß zu extrem kalt, wird der Körper abgehärtet und das Immunsystem gestärkt. Dadurch ist der Körper für kommende Belastungen gewappnet und weniger anfällig für Infekte oder Ähnliches. Zwar ist an dem Mythos der Fettreduktion durch den Saunabesuch kein Fünkchen Wahrheit, dennoch spricht in puncto Gesundheit und Wellness alles für den Schwitzkasten. Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte und mal wieder richtig entspannt sein will, sollte den nächsten Saunabesuch nicht mehr allzu lange aufschieben. Gesund ist der Saunaaufenthalt jedoch nur dann, wenn keine Erkrankungen vorliegen, die gegen das Saunieren sprechen. Im Zweifelsfall sollte immer der behandelnde Arzt befragt werden. Sofern dieser das gemeinschaftliche Schwitzen abnickt, kann es losgehen. Körper und Seele werden es danken und wieder und wieder danach fragen.